Lerher J.B. Bernink (1878-1954)

Lehrer J.B. Bernink: Ein Naturfreund, Lehrer, Sammler und Museumsdirektor

Twente vor einem Jahrhundert – ein besonderer Mix von Städten mit intensiver Textilindustrie und umringt von Dörfern und Landgütern der Bauern in einer abwechslungsreichen Landschaft aus Äckern, Wäldern und Eschgründen. Am Rande davon liegen noch die nicht urbar gemachten Böden, wo sich die Heide noch von der Provinz Drente und Deutschland aus bis nach Nordost Twente erstreckt.

Meester Bernink 1908

Hochzeitsfoto von Lehrer Bernink 1908

Hier in Denekamp wird 1878 Johannes Bernardus Bernink geboren. Ein Junge mit großem Interesse für die Natur. Zuerst für die Insekten und Tiere unweit des Hauses, aber später auch für Vögel und Säugetiere. Und auch die Geologie des Landes, geformt durch die Bewegung der großen Gletscher, die Nordeuropa lange Zeit bedeckten, faszinierte ihn. Lehrer Bernink begann schon früh mit dem Sammeln von Naturfundstücken, ganz im Stile der Zeit. Er fertigte Kisten mit Schmetterlingen, legte eine Sammlung von Vogeleiern an und formte Schulhefte zu einem Herbarium lokaler, einheimischer Pflanzen um. Das Sezieren der Tiere lehrte er sich selbst mithilfe von Literatur. Während seines täglichen Spazierganges nach Oldenzaal, wo er an der „Normaalschool“ die Ausbildung als Lehrer absolvierte, observierte er die Veränderung der Natur zu allen Jahreszeiten. So entstand sein Motto für Leben und Arbeit: Natura Docet – die Natur lehrt. Dieses Motto setzte er während der Zusammenkünfte des (Jugend-)Naturclubs „de Klimop“ mittwochs- und samstagnachmittags auch in die Praxis um. Lernen durch beobachten

Excursie met J.B. Bernink

Exkursion mit J.B. Bernink

Das Naturstudium und vor allem dessen Popularisierung vor großem Publikum nahm am Anfang des 20. Jahrhunderts zu. Eli Heimans und Jacq P. Thijsse übernahmen hierbei viel Verantwortung. Sie beschrieben die Natur in den Niederlanden, vor allem auch, um die Wichtigkeit des Erhaltens der Natur zu betonen. Auch Bernink wurde Autor für das Magazin „De levende Natuur“ (die lebende Natur), dass von Heimans und Thijsse herausgegeben wurde. Wegen der Bitte, das Museum und Lehrer Berninks Sammlung zu unterstützen, entwickelte sich ein beindruckendes Netzwerk interessierter Menschen.

Meester Bernink staand voor Natura Docet in 1922 500

Lehrer Bernink vor Natura Docet

Dank des Einsatzes Twenter Industrieller wie den Familien van Heek, Scholten und Jannink kam 1911 das erste Museum Natura Docet beim Elternhaus von Bernink zu Stande. Das große Interesse und die wachsende Sammlung von Natura Docet brachten Bernink zum Nachdenken darüber, ob er nicht das Museum erweitern sollte. 1922 öffnete die monumentale Museumsvilla an der Oldenzaalsestraat, wo sowohl die Sammlung als auch die Familie Bernink Unterkunft fanden. Die Gelder dafür wurden durch die „Freunde von Natura Docet“ zusammengetragen. Und von den Familien der Textilfabrikanten, aber jetzt unterstützt von (Natur-)Freunden aus dem ganzen Land. Bernink unterhielt viele Kontakte hinsichtlich des Museums und des Naturstudiums. Heimans und Thijssen waren oft seine Gäste und auch eine große Gruppe Professoren und Studenten der Universitäten aus Amsterdam oder Leiden.
Ansichtkaart Denekamp 500

Postkarte Denekamp

Dank Berninks Namen und dem Museum wurde Twente als Urlaubsziel immer beliebter. Bernink war selber Vorsitzender des ersten VVV in der Region. Nebenbei blieb er immer noch Lehrer in Denekamp und förderte so das Interesse an der Natur von Menschen aus Twente und deren Familien, die ihn in immer in Erinnerung behalten werden. 

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 Heleen Bernink- vanaf 1955 directeur van Natura Docet
Heleen Bernink – ab 1955 Museumsdirektor von
Natura Docet
1954 starb Bernink und seine Tochter Heleen           (1912-1996), ebenfalls Lehrerin, übernahm die Geschäftsführung von Natura Docet. Mit ihren Besuchen an den Grundschulen der Twente mit ihrem DAF, vollgestopft mit ausgestopften Vögeln, Skeletten, Steinen und Fossilen, setzte sie die Familientradition fort, die bis heute im Natura Docet Wonderryck Twente weiterlebt.